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40. IGIP Symposium für Ingenieurpädagogik in Santos, Brasilien

 

MR Mag. Wolfgang Pachatz und LSI Dr. Axel Zafoschnig präsentieren das Konzept der österreichischen Bildungsstandards und des kompetenzorientierten Unterrichts aus HTL-Sicht vor einer internationalen Expert/innengruppe

 

Vom 27. – 30. März 2011 fand in Santos (BRA) im Bundesstaat Sao Paulo die internationale Fachkonferenz der vom österreichischen Präsidenten Prof. Dr. Michael Auer (FH Kärnten, Villach) geleiteten Gesellschaft für Ingenieurpädagogik (IGIP) statt. Diese Techniker/innen-Vereinigung hat es sich seit ihrer Gründung durch Prof. Dr. Adolf Melezinek im Jahr 1975 zum Ziel gemacht, mit einem eigenen Curriculum die fundierte und kompetente pädagogische Ausbildung all jener, die in der Technik in tertiären Ausbildungssystemen wie Fachhochschulen oder Universitäten oder auf der Sekundarstufe, wie an den HTL, unterrichten, ständig zu verbessern und durch internationale Netzwerktätigkeit zu professionalisieren. So bietet die IGIP ihren Mitgliedern weltweit die Möglichkeit, sich durch zusätzliche pädagogische Ergänzungsprüfungen nach der entsprechenden technischen Grundausbildung den Titel „Ingenieurpädagoge IGIP“ zu sichern. Über die von Europa bis Russland, sowie von Asien bis Süd- und Nordamerika agierende „Engineering Education Community“  können Techniker/innen sich so ständig über die neuesten Entwicklungen in der Technik, aber auch über die Pädagogik in der Technik, informieren.

 

 

In Santos wurde von den österreichischen HTL-Experten Mag. Pachatz und Dr. Zafoschnig im Programmbereich „Curriculum Development“ daher die Möglichkeit wahrgenommen, die neuesten Reformprogramme des HTL-Schulwesens unter dem Titel „Educational standards and competence-based curricula“ vorzustellen und einem interessierten internationalen Fachpublikum näher zu bringen. Aufgrund der bestens strukturierten und inhaltlich umfangreichen Präsentation zu Themen wie den österreichischen berufsbildenden höheren und mittleren Schulen, dem Einfluss des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQF) auf die österreichische Techniker/innen-Ausbildung an HTL, sowie der Erstellung der HTL-Bildungsstandards und deren Abbildung in den kompetenzorientierten Lehrplänen, eröffneten sich für die Konferenzteilnehmer/innen mannigfaltige Diskussionsoptionen und Fragestellungen, die im Diskurs mit den Referenten höchst zufriedenstellend beantwortet werden konnten.

 

Von den 750 IGIP Mitgliedern nahmen rund 200 Fachexpert/innen aus mehr als 30 Ländern an der Konferenz mit dem Titel „Forming International Engineers for the Information Society“ teil. Die österreichische Delegation war von den brasilianischen Organisatoren nach Gesprächen bei der IGIP Konferenz 2010 im slowakischen Trnava gebeten worden, den zukunftsweisenden Weg der österreichischen HTL in der Techniker/innenausbildung einer breiteren internationalen Expert/innenschar zugänglich zu machen. Aufgrund der auch von den Programmkoordinatoren anerkannten Wichtigkeit der österreichischen Reformprojekte wurde der Beitrag von Mag. Pachatz und Dr. Zafoschnig als einer von nur fünf Plenarvorträgen bereits am ersten Konferenztag angeboten.

 

Weitere wichtige und innovative Themen der Konferenz waren die von allen Referent/innen geforderte Anwendungsorientierung in der Technikausbildung, die Auseinandersetzung mit den realen und virtuellen Formen des Laborunterrichts, die Bedeutung von verbesserten Fremdsprachenkenntnissen für Techniker/innen, sowie die stärkere Integration des electronic und online learning in die technischen Curricula und vor allem die Berücksichtigung der sozialen Netzwerke für den Unterricht. Ein sehr hoher Stellenwert wurde von allen Delegierten auch dem „hands-on-learning“ eingeräumt, das an den österreichischen HTL ja über die Lehrpläne im Labor- und Werkstättenunterricht fest verankert ist.

 

Große Beachtung fand in diesem Zusammenhang auch das Eingangsreferat des IGIP-Präsidenten Dr. Michael Auer, der in seinen Thesen zur Technikausbildung darauf hinwies, dass sich zukünftig der größte Teil des Bildungsprozesses eines Individuums in der beruflichen Weiterbildung, im „learning on the job“, vollziehen werde, weswegen aber gerade der Grundlagenbildung an HTL besondere Bedeutung zukommt, weil dort für die Absolvent/innen jenes anschlussfähiges Wissen geschaffen wird, das sie für Studium und Beruf benötigen. Auch die Bereiche Sozial- und Personalkompetenz, sowie ein vermehrtes interkulturelles Verständnis, werden für die Ingenieur/innen der Zukunft immer bedeutsamer werden.

 

Mit vielen neuen Erkenntnissen, aber auch bereichert durch das Knüpfen neuer Netzwerke zu technischen Bildungseinrichtungen in der ganzen Welt, sowie ermutigt durch den regen Informationsaustausch und die angeregten Diskussionen mit Teilnehmer/innen aus anderen Ländern, konnte die österreichische Delegation von der Konferenz in Santos nach Hause zurückkehren. Interessant dabei war auch, in die organisatorische Arbeit der IGIP eingebunden zu sein, da in Brasilien auch die Jahreshauptversammlung der Gesellschaft für Ingenieurpädagogik stattfand und dort die Nominierungen für den Vorstand, das Internationale Monitoring Committee, sowie für das Scientific Board vorgenommen wurden. Erwähnenswert ist diesbezüglich, dass neben Präsident Dr. Auer auch LSI Dr. Zafoschnig als eines von 9 Vorstandmitgliedern in den IGIP-Vorstand gewählt wurde, und mit Ing. Herbert Kleber, M.Sc., auch der Generalsekretär aus Österreich stammt. Für das nationale österreichische Monitoring Committee wird sich auch MR Mag. Pachatz eine Form der Mitarbeit überlegen.

 

Im Rückblick war die 40. Internationale IGIP-Konferenz auch aufgrund der Herkunft der Referent/innen und Teilnehmer/innen, die sowohl geographisch aus den verschiedensten Technikausbildungssystemen auf der ganzen Welt stammten, als auch mit Universitäten und Fachhochschulen die tertiären und mit HTL die sekundären Berufsbildungsebenen vertraten, ein großer Erfolg. Aus österreichischer Sicht konnten MR Mag. Pachatz und LSI Dr. Zafoschnig die HTL und die Berufsbildung bestens vertreten und für die geplanten Reformprojekte Bildungsstandards, kompetenzorientierte Lehrpläne und zentrale Reife- und Diplomprüfung große Zustimmung gewinnen. Aus diesem Grund empfiehlt sich auch in Zukunft die Teilnahme österreichischer Bildungsexperten an solchen internationalen Konferenzen.

 

LSI Dr. Axel Zafoschnig

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