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Erasmus+ - Studienreise einer HTL-Delegation zur Vereinbarung von Mobilitätsprogrammen mit Schulen und Unternehmen in Portugal und Spanien

Expertinnen und Experten der HTL´s vor der Universität Aveiro

Die HTL-Expert/innengruppe vor der Universität Aveiro

Im Rahmen des EU-Förderprogrammes „Erasmus+“ nahmen 19 HTL-Bildungsexpert/innen aus dem BMB, den Landesschulräten und der HTL Wolfsberg am „VET Staff Mobility Project“, einer Berufsbildungsmaßnahme mit dem Ziel, Ferialpraktika und Schulpartnerschaften zu vereinbaren, vom 04.-11. April 2017 in Portugal und Spanien teil.

Dieses Programm, das von Erasmus+-Koordinator Dr. Johann Millonig von der HTL Wolfsberg mustergültig organisiert wurde und bei dem MR Mag. Wolfgang Pachatz die Sichtweise des Ministeriums in Bezug auf Ferialpraktika und Berufsbildung darstellte, führte die Bildungsexpert/innen aus den HTL in eine portugiesische berufsbildende Schule, in die Universitäten in Aveiro und in Porto, sowie in Unternehmen und Betriebe in den beiden Partner-Ländern, die jeweils auch österreichische Ferialpraktikant/innen aufnehmen.

Auf Vermittlung der portugiesischen Partner wurde zunächst die Universität in Aveiro besucht, an der Studienkoordinator José Alberto Fonseca die Universität mit ihren technischen Fakultäten vorstellte und an der die Teilnehmer/innen auch die Gelegenheiten hatten, den Inkubator der Universität mit seinen Start-Up-Unternehmen und den Möglichkeiten für Unternehmensgründungen zu besichtigen. Insbesondere gab es auch einen regen Austausch mit zwei Gründungsteams von Student/innen, die sich etwa mit der Erstellung einer App zum Zwecke von Social-Media-Kampagnen beschäftigten, sowie mit einer Gruppe, die unterschiedliche Sensoren in einem Bienenstock anbrachte. Im Anschluss wurde die Firma Micro I/0 besucht, die sich mit Zutritts-Management-Systemen, mit Bike-Sharing-Programmen sowie mit dem zukünftigen Thema des Smart Parking befasst und wertvolle Einblicke in das Anspruchsniveau des Unternehmens an dort arbeitende Techniker/innen im Bereich Elektronik, Mechatronik und Informatik lieferte.
Weiters folgte der Besuch der berufsbildenden Schule AEVA (Associação para a Educação e Valorização da Região de Aveiro), die mit der HTL Wolfsberg bereits eine Partnerschaft hat und von der im Winter 9 Schüler/innen eine Betriebspraxis im Lavanttal absolvierten. Sowohl mit der Schule, der Universität und dem besichtigten Unternehmen wurde ein intensiver Informationsaustausch betrieben und Partnerschaftsgespräche zum Thema Ferialpraxis geführt, damit gewährleistet ist, dass diese Reziprozitätsaktivitäten auch symmetrisch erfolgen können. HR Mag. Mario Cas betonte dazu ergänzend als Leiter des Referats für das Lehrpersonal in Kärnten die Wichtigkeit von Auslandsaufenthalten für Lehrer/innen.

Auch in Spanien wurde, etwa in der Hauptstadt der autonomen Region Galicien, nämlich in La Coruña, versucht, die Kernstrukturen und Ansätze der spanischen Berufsbildung kennenzulernen und mit der österreichischen Situation zu vergleichen. Dieser Aufenthalt in der nordspanischen Hafenstadt sowie im Wallfahrtsort Santiago di Compostela war allerdings eine erstmalige Fact-Finding Mission, im Rahmen derer versucht wurde, Kontakte zu erstellen, um sich in weiterer Folge auch dieses Gebiet für österreichische Ferialpraktikant/innen erschließen können.
In der zweitgrößten portugiesischen Stadt Porto wurde von MR Pachatz, LSI Dr. Zafoschnig und den HTL-Direktoren Johann Persoglia von der HTL Wolfsberg und Wolfgang Bodei von der HTL Hollabrunn, Kooperationsgespräche an der Faculty of Engineering der Universität Porto (FEUP) geführt. Die Delegation wurde dort am Institut für Maschinenbau von der aktuellen Präsidentin der internationalen Gesellschaft für Ingenieurpädagogik (IGIP), Teresa Restivo und ihrem Stellvertreter Prof. José Marques, empfangen und durch die modernen Labors und Werkstätten des Maschinenbaus und Mechatronikzentrums geführt.  Neben der Möglichkeit, Ferialpraktikant/innen im Rahmen von Erasmus+ -Mobilitätsmaßnahmen an die FEUP zu bringen, wurden auch noch weitere Möglichkeiten der Kooperation mit anderen Universitätsinstituten und Unternehmen vor Ort besprochen, sodass davon auszugehen ist, dass hier eine durchaus positive Entwicklung in Bezug auf Austauschmaßnahmen stattfinden kann.

Das Ziel des aktuellen Mobilitätsaufenthaltes war es, Ausbildungs- und Schulvergleiche anzustellen und ein Netzwerk zu knüpfen, mithilfe dessen man es den österreichischen HTL ermöglichen kann, zukünftig mehr Schüler/innen zu Auslandspraktika nach Portugal und Spanien zu entsenden. Weiters wurden auch fruchtbare Gespräche in der Richtung geführt, dass ein bilateraler Schüler/innen-Austausch zwischen den beteiligten Ländern stattfinden kann.
Besonderes Augenmerk wird also diesbezüglich auch in Zukunft auf Auslandspraktika, auf Schüler/innen-Austausche, sowie auf langfristige Projekte im Rahmen der EU-Förderprogramme gelegt werden. In jedem Fall konnten im Rahmen der Mobilitätsmaßnahme Vereinbarungen für regelmäßige und länger andauernde Kontakte geknüpft werden, es konnte weiters das Netzwerk zwischen den Bildungseinrichtungen der Berufsbildung in Österreich, Spanien und Portugal intensiviert werden und es konnte eine Optimierung in der Koordination von Partnerschaften und Austauschen sowie Ferialpraktika im Ausland erzielt werden.

Durch die Kontakt- und Kooperationsgespräche konnte auch sichergestellt werden, dass für alle beteiligten Bildungseinrichtungen ein hoher Mehrwert erzielt wurde und dass die Ausbildungsqualität in den jeweiligen Ländern durch den praktizierten Ansatz zur Interkulturalität und zur Internationalität gesteigert werden kann. Wichtige Aspekte, wie das interkulturelle Bewusstsein bei den Jugendlichen und der Ausbau der Mehrsprachigkeit, sind dabei besonders positive Effekte, die durch diese Mobilitätsprogramme gefördert werden.

Abschließend kann festgestellt werden, dass dieses Erasmus+-Mobilitätsprogramm in Portugal und Spanien das angestrebte Ziel voll erreicht hat. Zusätzlich zu den erwähnten wichtigen Komponenten des Abschlusses von Auslandspraktika in Portugal, das Schaffen von Schulpartnerschaften und dem Etablieren eines funktionierenden Netzwerkes, wurden auch in Spanien Anfangskontakte geknüpft und weitere Nachfolgeprojekte in der Berufsbildung in die Wege geleitet. Aus diesem Grund kann man davon ausgehen, dass diese „VET-Staff-Mobility“- Maßnahme mannigfaltige Erfolgseffekte geschaffen hat, weil heuer bereits 9 Schüler aus Portugal ein Betriebspraktikum in der HTL Wolfsberg, in den Stadtwerken Wolfsberg und in einem Unternehmen absolviert haben, weil weitere Auslandspraktika vereinbart wurden, und weil konkrete Schritte für eine Intensivierung der Beziehungen im Rahmen des Mobilitätsprogrammes „Erasmus+“ gesetzt werden konnten.

Der Besuch der österreichischen Delegation in Portugal und Spanien war auch deshalb so wichtig, weil in den vorangegangenen EU-Mobilitätsprojekten bei den teilnehmenden Jugendlichen eine hohe Begeisterung an solchen Aufenthalten festgestellt werden konnte. Alle bisherigen Teilnehmer/innen  haben auch bescheinigt, dass durch ihr Betriebspraktikum im Ausland eine Öffnung gegenüber anderen Kulturen erleichtert wurde und dass sie zusätzlich auch ein hohes sprachliches und kulturelles Verständnis gewonnen hätten. Die österreichischen HTL werden auch in Zukunft, unterstützt vom BMB und den Landesschulräten, unter der Schirmherrschaft von „Erasmus+“ weitere Mobilitätsprojekte durchführen, um so den Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, sich persönlich, sprachlich, kulturell und beruflich weiterentwickeln zu können. 



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