Diplomarbeiten

Das Anforderungsniveau der Diplomarbeit leitet sich aus den im Schulorganisationsgesetz festgelegten Aufgaben der Höheren Technischen Lehranstalten und der europäischen Richtlinie 2005/36/EG des Parlaments und des Rates über die Anerkennung von Berufsqualifikationen ab. Aufgabe der Höheren Technischen Lehranstalten ist es, zur Universitätsreife zu führen und jene allgemeine und fachliche Bildung zu vermitteln, die zur Ausübung eines gehobenen technischen Berufes in der gewerblichen oder industriellen Wirtschaft befähigt. Die Erreichung der dafür erforderlichen Kompetenzen wird abschließend durch die Reife- und Diplomprüfung nachgewiesen. Als Prüfungsgebiet der abschließenden Prüfung hat die Diplomarbeit den Ansprüchen zu genügen, wie sie in gehobenen technischen Berufe gefordert werden.
 Gemäß der europäischen Richtlinie 2005/36/EG  (vgl. Artikel 11 und Artikel 13 in Verbindung mit Anhang III,
Link öffnet in einem neuen Fensterhttp://www.htl.at/fileadmin/content/Downloads/RL_2005_36_EG.pdf) ist das Reife- und Diplomprüfungszeugnis der HTL  hinsichtlich des Zuganges zu reglementierten Berufen einem Diplom über den Abschluss einer postsekundären Ausbildung von mindestens 1 Jahr gleichzuhalten. Diese Gleichhaltung impliziert, dass die Diplomarbeit zumindest den Standard einer universitären Abschlussarbeit auf dem Niveau eines „Short Cycle Higher Education Programmes“ aufzuweisen hat.

Beschreibung des Anforderungsniveaus:
Dem an die HTL-Qualifikation gestellten Anforderungsniveau entsprechend, hat die Aufgabenstellung einer Diplomarbeit ein Problem zu umfassen, dessen Bearbeitung umfangreiche theoretische und praktische Kenntnisse am Stand der Technik voraussetzt, nicht vorhersehbare Situationen einschließen kann und kreative Lösungsansätze erfordert. Neben fachlichen Aspekten (Komplexität des Problems, Methodik der Problemlösung, Aktualität, Nutzen bzw. Neuigkeitswert) hat die Aufgabenstellung auch Aspekte der Durchführung (Zeitaufwand, Projektmanagement, Dokumentation) zu berücksichtigen, wobei von Projektteams aus 2-5 Studierenden und einem Zeitaufwand von rund 200 Stunden (innerhalb von 6 Monaten im letzten Schuljahr) für jedes Projektmitglied auszugehen ist. 
In der Diplomarbeit haben die Verfasser/innen nachzuweisen, dass sie das Umfeld der Aufgabenstellung kennen, bekannte Lösungsansätze mit Verständnis (d.h. unter Beachtung der Möglichkeiten und Grenzen ihrer Anwendung) diskutieren und analysieren können und in der Lage sind, Lösungen durch Adaptierung bekannter Ansätze oder Entwicklung von eigenen Ansätzen zu finden, die sowohl theoretische als auch experimentelle/konstruktive oder softwaretechnische Elemente beinhalten. Darüber hinaus haben die Verfasser/innen nachzuweisen, dass sie in der Argumentation und Ergebnisdarstellung die Regeln der technisch-wissenschaftlichen Kommunikation befolgen können.

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